Die Philosophie des Dalai Lama

"Für einige bin ich ein lebender Buddha, die Verkörperung von Avalokiteshvara, dem Bodhisattva des Mitgefühls. Andere halten mich für einen »Gottkönig«. Gegen Ende der fünfziger Jahre bedeutete dieser Titel, daß ich der stellvertretende Vorsitzende des Ständigen Ausschusses der Politischen Konsultativkonferenz des Chinesischen Volkes war. Und als ich dann ins Exil floh, nannte man mich einen Konterrevolutionär und Parasiten. Das alles entspricht aber nicht meinen eigenen Vorstellungen. Für mich bezeichnet »Dalai Lama« das Amt, das ich innehabe. Ich selbst sehe mich in erster Linie als einen Menschen und dann erst als einen Tibeter, der es sich ausgesucht hat, ein buddhistischer Mönch zu sein.” Dalai Lama: Das Buch der Freiheit 
Er ist die Lichtgestalt des heutigen Buddhismus. Wenn er spricht, dann leuchtet beständig ein gelöstes Lächeln aus seinem Gesicht. Er hat entschiedene Ansichten und unverrückbare Prinzipien - und ist dennoch alles andere als ein dogmatischer Mensch. Der Dalai Lama ist ein beeindruckend freier Geist. Spüren wir diese Freiheit in seinem Menschenbild auf! Was sind die Grundzüge seiner Philosophie über das menschliche Dasein, über die kulturelle Vielfalt des Lebens, über die Gefahren und Chancen der Zukunft? Zirkeln wir wieder einmal über West und Ost, und versuchen wir, diese asiatische Stimme zu integrieren in unsere Lebenswelt. |